ÖKT: Podiumsdiskussion zur Malteser Migranten Medizin im Neuen Rathaus

Hilfe für Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus

11.05.2010

Die Malteser Migranten Medizin betreut immer wieder auch Schwangerschaften und Geburten

Am Donnerstag, 13. Mai, wird es beim Ökumenischen Kirchentag (ÖKT) im Rahmen des Festes der Kulturen in der Rattrinkstube im Neuen Rathaus der Stadt München am Marienplatz 8 um 16 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Thema Menschen ohne legalen Aufenthaltstatus geben. An der Diskussion teilnehmen werden Alberto Martinez von der spanischsprachigen katholischen Mission München, Rudolf Stummvoll vom Amt für Wohnen und Migration, Birgit Poppert, die das Cafe 104 leitet, und Claudia Hämmerling, Projektleiterin der Malteser Migranten Medizin München. Moderiert wird die Diskussion von Wilhelm Dräxler.

Über die täglichen Erfahrungen aus der Arbeit in der Malteser Migranten Medizin spricht die Projektleiterin Claudia Hämmerling. „Krankheit ist für einen Menschen in dieser Lebenssituation etwas sehr Bedrohliches. In dem Moment hilft kein Verdrängen mehr“, sagt Claudia Hämmerling. Die „Konstruktion“ ihres Lebens droht aufzufliegen, es könnte entweder ernsthafte Erkrankung oder schließlich Gefängnis bzw. Ausweisung bedeuten.“ Die Patienten, die wegen Untersuchungen eintreffen, kommen nicht nur mit medizinischen Problemen, so Hämmerling, sondern auch die psychische und soziale Seite sind problematisch. Fehlende Sprachkenntnisse und das fehlen eines persönliche sozialen Netzes wie der Familie erschweren die Situation zusätzlich. „Wenn dann noch eine Krankheit hinzukommt und man sich selbst nicht mehr weiterhelfen kann potenzieren sich die Probleme“, so Hämmerling. „Man kann sich schwer vorstellen, was es für eine junge Frau bedeutet in einem Land schwanger zu werden, in dem sie rechtlich eigentlich gar nicht sein dürfte.“

Malteser Migranten Medizin - Hilfe für Menschen ohne Krankenversicherung

In der Malteser Migranten Medizin (MMM) finden Menschen ohne gültigen Aufenthaltsstatus und Menschen ohne Krankenversicherung einen Arzt, der die Erstuntersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkankung, Verletzung oder einer Schwangerschaft übernimmt. Da viele Patienten weder eine Praxis noch ein Krankenhaus aufsuchen wollen oder können, helfen die Malteser unter Wahrung der Anonymität. Vernetzungen und Kooperationen mit Kirchen, Verbänden und Vereinen ermöglichen weitere Hilfe. MMM konnte bisher 13000 Menschen helfen. Häufige Gründe, die Anlaufstellen aufzusuchen, sind Schwangerschaft, Unfallfolgen, akute Zahnerkrankungen, Tumorerkrankungen sowie Infektionskrankheiten. Die Patienten sind durchschnittlich deutlich jünger und schwerer erkrankt als in einer normalen Arztpraxis. Man schätzt, dass in Deutschland bis zu einer Millionen Menschen in der Illegalität leben. Hinzu kommen mehr als 100.000 Deutsche ohne Krankenversicherung. Besonders in den Großstädten und Ballungsgebieten lebt eine hohe Zahl von Menschen ohne Krankenversicherungsschutz.

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