Aktueller Sachstand der Hilfe im Kinderheim Fujinosono

Aktueller Sachstand der Hilfe im Kinderheim Fujinosono

17.10.2011

Die Kinder freuen sich auf das neue Heim, das sie selbst mit gestaltet haben. Jedes Kind durfte seine Wünsche zum Neubau aufschreiben.

Allgemeines
Das Kinderheim Fujinosono in Ichinoseki, Japan, beherbergt 55 Kinder und hat ca. 30 Mitarbeiter. Derzeit leben die Kinder noch im stark beschädigten Heimgebäude, jedoch in den nicht einsturzgefährdeten Teilen. Diese beengten Verhältnisse werden im Herbst mit dem Umzug in ein noch zu erstellendes
Übergangsheim beendet werden können. Das Übergangsheim soll auf dem Gelände vor Ort errichtet werden. Nach dem Umzug wird das alte Gebäude abgerissen und am derzeitigen Standort das neue errichtet, nach aktuellen Sicherheitsstandards und dem modernen pädagogischen Standard.

Aktueller Stand
Die Entwurfszeichnungen für das neue Heimgebäude und der Grundriss sind fertig; im September 2011 werden die Bauzeichnungen erstellt. Am Planverfahren waren Mitarbeiter sowie die Kinder und Jugendlichen beteiligt. Jeder sollte seine Wünsche in Bezug auf das neue Heim äußern und diese wurden so weit möglich in den Entwurf integriert.

Zeitplan

  • September 2011: Erstellung Bauzeichnungen
  • November 2011: Bau der Übergangsunterkünfte
  • Dezember 2011: Ausschreibung Bauunternehmer
  • Januar 2012: Abriss des alten Gebäudes
  • Februar bis November 2012: Bau und Ausbau des neuen Gebäudes
  • Dezember 2012: Umzug in das neue Gebäude

Das neue Heimgebäude
Das neue Gebäude wird in die Hanglage des vorhandenen Grundstücks eingepasst. Es erhält Räume für die Verwaltung, Besprechungsräume, Musik- und Computerraum, Spielbereiche, eine große Küche und einen Mehrzweckraum. In den beiden oberen Stockwerken sind je vier
(insgesamt. 8) Wohneinheiten, in denen 7-8 Kinder unterschiedlichen Alters zusammenleben und essen werden. Jede Wohneinheit hat einen gemeinsamen Schlafraum für die jüngeren Kinder und Einzelzimmer für die Jugendlichen, eigene Sanitäranlage und eine Küche. In der Mitte ist je ein Wohnzimmer, in dem sich alle treffen. Ein Stockwerk bewohnen die Mädchen, eines die Jungen. Das Zusammenleben wird familienähnlicher, da Kinder verschiedenen Alters zusammenleben. Dies ist besonders positiv für Geschwister, die zusammen bleiben möchten. Beide Wohnstockwerke haben umlaufende Balkons, die die Wohneinheiten verbinden. Durch eine Notrutsche sind sie schnell evakuierbar – mit Spaßfaktor für die Kinder bei Übungen. Die noch immer ständig vorherrschende Angst vor Erdbeben wird sich durch den Neubau reduzieren.
Für die Kinder bedeutet der Umbau mehr Ruhe, weil nicht mehr alle Jungen bzw. Mädchen in einem Schlafsaal schlafen werden. Die Jugendlichen, die ein eigenes Zimmer bekommen, haben mehr Privatsphäre zum Lernen, aber auch, um Freunde mitbringen zu können, was bisher nicht möglich war. Der Erfahrungsraum der Kinder wird lebenspraktischer durch die eigene Küche und eine besser sichtbare Großküche und durch die Verantwortung, die ältere Kinder nun für jüngere in der Wohngruppe übernehmen müssen. Da alle Jugendlichen mit 18 Jahren das Heim verlassen müssen, ist eine Grundselbstständigkeit wichtig.
Das neue Heim wird für die Kinder und Jugendlichen ein „herzeigbares Zuhause“, was im bisherigen Heimgebäude und in den Herkunftsfamilien der Kinder nicht der Fall war. Dadurch wird ihr Selbstwertgefühl steigen.

Erdbebensicherheit, Katastrophenvorsorge und erneuerbare Energien
Die japanischen Sicherheitsstandards für Neubauten sind die höchsten der Welt. Gebäude, die diesen Standards entsprechen, halten allen „normalen“ Erdbeben stand. (Das alte Gebäude entsprach den Standards von 1923, die schon sehr hoch waren.) In den Ecken des Gebäudes und in regelmäßigen Abständen werden z.B. verstärkte Pfeiler verbaut, die 20 bis 30 Meter in den Boden gehen. Die Stahlträger werden mit den Streben nicht verschweißt, sondern mit Stahlschnüren zusammengebunden. Das neue Kinderheim wird mit einem innovativen Konzept errichtet und erhält eine Solaranlage, einen Regenwassertank sowie einen Biomasseverbrennungsofen. So wird eine fast komplette Unabhängigkeit von der externen Stromversorgung erreicht. Der Biomasseofen und die Kaminöfen in den Wohneinheiten nutzen lokale Abfallstoffe (Reisspreu, Altholz), dies reduziert die CO2-Emissionen der Bauern.
Auch im Katastrophenfall ist die Versorgung sicher, selbst wenn das Heim von allem abgeschnitten sein sollte. Im Katastrophenfall dient das Heim als (nicht offizielles) Evakuierungszentrum mit Heizung, Warm-Wasserversorgung und Stromversorgung, welches besonders gefährdete, verletzliche Personen aufnehmen soll (z.B. Schwangere, Frauen mit Kleinkindern, ältere Menschen). Fujinosono hat die volle Unterstützung der Stadt, da es deren Vision für die Energieversorgung entspricht und als Modellprojekt für den Wiederaufbau dienen kann. Das Heim wird aktiv für die Nutzung von regenerativen Energien werben und den Lernprozess vorantreiben. Gleichzeitig wird es eine Stätte des Lernens in Bezug auf regenerative Energien gerade für Kinder und Jugendliche sein – angefangen mit den Kindern, die im Heim leben.

Budget
Geplantes Projektvolumen: ca. 6,2 Mio. Euro plus 0,5 Mio. Euro Puffer (u.a. für Preissteigerungen, Wechselkursschwankungen).
Fujinosono trägt gut 20% des Budgets selbst.

DANKE!
sagen Schwester Caelina und die Kinder in Fujinosono

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